Ein Kunde wollte allmählich auf Windows 10 umsteigen, aber parallel dazu seine Windows 7 Installation noch für eine Weile weiter nutzen. Schließlich ist es keine Kleinigkeit, Dutzende Anwendungen mitsamt Daten, Passwörtern und Einstellungen auf ein neues System zu migrieren.
Auf der Festplatte waren nur zwei Partitionen: Die 100 MB Startpartition und eine 240 GB Systempartition mit Windows 7, die ich mit dem Partitionsmanager auf 100 GB verkleinert habe. Das ergab 140 GB freien Platz am Ende der Festplatte – mehr als genug für ein zweites Betriebssystem.

Zur Vorbereitung habe ich das MediaCreationTool1909.exe von der Microsoft-Seite https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10 heruntergeladen. Damit habe ich die neueste Version von Windows 10 auf einen USB-Stick kopiert. Das erspart das Brennen einer DVD und außerdem erfolgt die anschließende Installation von USB-Stick viel schneller als von einer DVD.

Nun brauchte ich nur im BIOS die Boot Sequenz ändern, um anschließend vom USB-Stick zu booten. Als das Installationsprogramm fragte, wohin Windows 10 installiert werden soll, verwies ich auf den freien Bereich am Ende der Festplatte. Doch nach einigen Sekunden wurde ich überrascht von der Meldung „Fehler 0xf9c81040 – Eine neue Partition konnte nicht erstellt werden“. Auf der Festplatte waren nur zwei Partitionen, wieso passt keine dritte Partition darauf?
Obwohl Google die Fehlernummer nicht kannte, konnte ich herausfinden, dass sich Windows 10 auf einem PC mit UEFI-BIOS nur auf eine Festplatte mit GPT-Partitionstabelle installieren lässt.

Ich konnte keine Möglichkeit finden, die MBR-Partitionstabelle in eine GPT-Partitionstabelle umzuwandeln, ohne die Windows-7-Partition und deren Startfähigkeit zu verlieren.
Die Lösung: Im BIOS die UEFI-Eigenschaften abschalten („CSM Support“ auf „enabled“). Nun konnte ich ein uraltes Windows 10 (von November 2015) erfolgreich in den hinteren 140 GB der Festplatte installieren. Dann habe ich erneut die Microsoft-Seite https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10 aufgerufen und ein „Update für diesen PC durchgeführt“. Nach einer Stunde hatte ich Windows 10 auf dem neuesten Stand.

Windows 10 startete zunächst ohne jeden Hinweis auf das vorhandene Windows 7. Ich musste also noch das Windows-7-System zum Startmenü von Windows 10 hinzufügen. Dazu habe ich den PC von einer Windows-10-Setup-DVD gestartet (an der Eingabeaufforderung eines installierten Windows wird das Programm bootrec nicht gefunden). Über „Computerreparatur“ → „Problembehandlung“ → „Erweiterte Optionen“ gelangte ich zur „Eingabeaufforderung“. Der Befehl   bootrec /scanos   durchsuchte die Festplatte nach Betriebssystemen. Es wurde nur ein Betriebssystem gefunden – offenbar zeigt der Befehl nur die Betriebssysteme an, die im Startmenü noch fehlen. Mit dem Befehl   bootrec /rebuildbcd   wurde eine neue Datenbank „Boot Configuration Data“ erstellt. Nach dem Neustart konnte ich im Bootmenü zwischen Windows 7 und Windows 10 wählen.