Anleitung: Temporäre Dateien entfernen

Inhaltsverzeichnis
Warum Temporäre Dateien löschen?
Temporäre Dateien entfernen
Lohnt sich das Aufräumen?
Notmaßnahmen
Windows.old entfernen
Heruntergeladene Updates löschen
WinSXS verkleinern
Eigene Dateien verlagern
Verwandte Themen
Übersicht Software
Anleitung von Microsoft

Temporäre und andere überflüssige Dateien entfernen

Windows warnt Sie, wenn der Speicherplatz knapp wird. Ergreifen sie umgehend Maßnahmen! Wird der Speicherplatz extrem knapp, stürzen Programme ab, möglicherweise lässt sich Windows nicht mehr starten.

Warum sollte man temporäre Dateien löschen?

Temporäre Dateien werden von Anwendungen erstellt. Word beispielsweise schreibt das Ursprungsdokument automatisch eine temporäre Datei, damit Sie nach Änderungen entscheiden können, alle Änderungen zu verwerfen und zur ursprünglichen Datei zurückzukehren. Temporäre Dateien sollten von der Anwendung automatisch gelöscht werden, spätestens beim Herunterfahren von Windows. Aber das klappt nicht immer.
Wollen Sie wissen, wie viele temporäre Dateien Sie haben?
Tippen Sie an der Eingabeaufforderung den Befehl  dir c:\*.tmp /s  ein. Das Löschen der temporären Dateien ist einmal pro Quartal oder jährlich sinnvoll. Das erhöht geringfügig (kaum messbar) die Geschwindigkeit des PC und vermindert geringfügig den Verschleiß der Festplatte. Sie können mit dem Befehl  del c:\*.tmp /s /q  die (momentan unbenutzten) löschen oder indem Sie „temporäre dateien“ ins Suchfeld eingeben. Bessere Ergebnisse erziehlen sie mit der Datenträgerbereinigung.

Temporäre Dateien entfernen mit der Datenträgerbereinigung

• Starten Sie die „Datenträgerbereinigung“, z. B. über das Suchfeld oder über control → Ansicht: „Große Symbole“ → „Verwaltung“ oder über „Start“ → „Windows-Verwaltungsprogramme“ → „Datenträgerbereinigung“ oder über „cleanmgr“ an der Eingabeaufforderung
• Wählen Sie das Laufwerk aus (normalerweise C:)
• Das Programm analysiert, welche Dateiarten gelöscht werden könnten und wie viel Platz dadurch frei werden würde.
• Einige Löschvorschläge sind bereits markiert. Markieren Sie gegebenfalls, was sonst noch gelöscht werden kann. Vorsicht: Wenn Sie „Heruntergeladene Dateien“ markieren, wird Ihr Download-Ordner gelöscht.

Lohnt sich das Aufräumen?

Ist der Platz auf der Festplatte knapp, wird oft empfohlen, nicht mehr benötigte Dokumente, Bilder und E-Mails zu löschen. Aufräumen, um Ordnung zu schaffen, ist immer gut. Doch Aufräumen, um Platz zu schaffen, ist weitgehend unsinnig. Wieso?
Der Speicherplatz einer Festplatte ist unterteilt in Cluster von typisch 4k Byte (4096 Byte). Auch die kleinste Datei belegt mindestens 4k. Die meisten Ihrer Dokumente sind kleiner. Musikdateien sind MP3-komprimiert und Fotos, auch von einer 12-Megapixel-Kamera, sind .jpg-komprimiert und belegen meist nur einen, selten zwei Cluster. Das bedeutet: Sie müssen bis zu 250000 Dateien löschen, um ein Gigabyte Speicherplatz zurück zu gewinnen. Bei einem Preis von 100 Euro für eine typische Festplatte von 1000 GB entspricht das einem Preis von 10 Cent pro Gigabyte. Aufräumen, um Speicherplatz im Wert einiger Cent zurückzugewinnen, ist unwirtschaftlich.
Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, mit relativ geringem Aufwand einen erwähnenswerten Nutzen zu bekommen.
• Das Entfernen von vielen kleinen temporären Dateien kann eine bevorstehende Datensicherung merklich beschleunigen.
• Durch das Entfernen der Rückstände von Updates und von alten Installationsresten kann man mehrere Gigabyte Speicher gewinnen.
• Auf SSD-Speichern ist oft wenig Platz, das macht das Aufräumen sinnvoller als auf großen Magnetfestplatten.
Empfehlung: Das Programm WinDirStat zeigt die Belegung der Festplatte an und ermöglicht Ihnen, eventuelle „Speicherplatzfresser“ zu erkennen.

Notmaßnahmen

Sie können Ihre Arbeit nicht speichern, weil die Festplatte voll ist?
Die „Datenträgerbereinigung“ funktioniert nicht wegen Speicherplatzmangel?

  • Wenn Sie an der Eingabeaufforderung  del c:\*.tmp /s  eingeben, werden einige temporäre Dateien gelöscht.
  • Löschen Sie ein paar von Ihren „Eigenen Dateien“ und leeren Sie den Papierkorb. Vielleicht können Sie eine größere Datei zeitweilig auf einen USB-Stick oder eine andere Partition auslagern?
  • Eine schnelle Möglichkeit, Speicherplatz freizugeben, ist die Verkleinerung der Auslagerungsdatei SWAPFILE.SYS. Drücken Sie die Windows-Taste und „r“. Tippen Sie „control“ und Enter ein, weiter mit „System“ → „Erweiterte Systemeinstellungen“ → Register „Erweitert“ → Abschnitt „Leistungen“ → „Einstellungen“ → Register „Erweitert“. Wenn im Abschnitt „Virtueller Arbeitsspeicher“ mehr als 2048 MB angezeigt werden, kann der Wert auf 2048 MB verringert werden, notfalls bis auf 1800 MB. Klicken Sie dazu auf „Ändern“, dann entweder auf „Größe wird vom System verwaltet“ und „Festlegen“ oder besser auf „Benutzerdefinierte Größe“ und tragen Sie für Anfangs- und Maximalgröße den gleichen Wert ein. Nach einem Klick auf „Festlegen“ und „OK“ muss der PC neu gestartet werden.
  • Die Datei Hiberfil.sys ist nicht nur für den Schlaf- bzw. Ruhezustandsmodus von Windows 10/11 zuständig, sondern auch fürs schnelle Hochfahren. Wenn Sie auf den Ruhezustand und den minimalen Zeitgewinn beim Schnellstart verzichten können:
    An der Eingabeaufforderung als Administrator geben Sie den folgenden Befehl  powercfg.exe /hibernate off  ein. Die Datei hiberfil.sys verschwindet. Falls Sie den Ruhezustand später wieder aktivieren wollen, geht das mit  powercfg.exe /hibernate on .
  • Die Datei Swapfile.sys bietet temporären Speicherplatz für moderne Apps. Sie kann über einen Registry-Eintrag deaktiviert werden. Starten Sie regedit. Gehen Sie zu  HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management. Erstellen Sie einen neuen DWORD-Wert (32-Bit) mit dem Namen  SwapfileControl  mit dem Wert 0. Nach einem Neustart ist die Datei verschwunden. Mit dem wert 1 wird die Datei wiederhergestellt.
  • Notfalls können Sie Anwendungen zeitweise deinstallieren. Der Adobe Reader ist verzichtbar, denn PDF-Dateien können auch vom Browser angezeigt werden. Wenn man den Mozilla Firefox deinstalliert, findet er nach einer Neuinstallation die früheren Einstellungen und Lesezeichen wieder.

Entschließen Sie sich zu energischen Maßnahmen, um den Speicherplatzmangel dauerhaft zu beenden. Schon nach dem nächsten Update des Antivirenprogramms oder einem Windows-Update kann die Festplatte wieder voll sein! Die Systempartition sollte nicht mehr als zu 80 % gefüllt sein: PCs mit einer Magnetfestplatte werden zunehmend langsamer, und bei SSD-Festplatten wächst der Verwaltungsaufwand und der Verschleiß der Speicherzellen steigt. Die beiden sinnvollsten Maßnahmen sind:

  • Kaufen Sie eine SSD-Festplatte und behalten Sie die alte Festplatte als Zweitplatte für Massendaten oder für Backups.
  • Kaufen Sie eine deutlich größere Festplatte und klonen Sie die alte Festplatte.
  • Überprüfen sie mit der Datenträgerverwaltung, ob es Partitionen mit viel freiem Speicherplatz gibt. Wenn ja, verschieben Sie die Partitionsgrenzen mit einem Partitionsmanager.

Windows.old entfernen

Nach einem Update von Windows 7 oder 8 auf 10 oder 11 bleibt ein Ordner   „Windows.old“   zurück. Dort hat Windows Teile der früheren Installation abgelegt, um die Installation rückgängig machen zu können. Auch nach einer Reparatur kann ein Ordner  Windows.old  zurückbleiben, in dem möglicherweise noch die früheren „Eigenen Dateien“ gespeichert sind. Dieser Ordner lässt sich nicht mit dem Windows-Explorer löschen.
• Überprüfen Sie zuerst, ob noch „Eigene Dateien“ enthalten sind, und sichern Sie diese.
• Starten Sie die „Datenträgerbereinigung“, z. B. über das Suchfeld oder über control → Ansicht: „Große Symbole“ → „Verwaltung“.
• Wählen Sie das Laufwerk aus (normalerweise C:)
• Klicken Sie auf „Systemdateien bereinigen“.
• Wählen Sie erneut das Laufwerk aus. Es wird berechnet, wie viel Speicherplatz freigegeben werden könnte.
• Markieren Sie „Vorherige Windows-Installationen“ und was sonst noch weg kann, wie z. B. die „Windows Update-Bereinigung“.
• Klicken Sie auf OK.
Anmerkung: Das Aufräumen kann durchaus eine Viertelstunde dauern und im Anschluss einen Neustart erfordern.

Den Ordner „%windir%\softwaredistribution\downloads“ verkleinern

Der Ordner „%windir%\softwaredistribution\downloads“ wird von „Windows Update AutoUpdate Service“ zum Speichern heruntergeladener Updates verwendet. Der Ordner wird von Windows verwaltet. Wenn dieser Ordner sehr viel Speicherplatz belegt, können Sie folgendes tun:
• Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator und führen Sie den Befehl  Net Stop WUAUSERV  aus.
• Löschen Sie den Inhalt des Ordners  %windir%\softwaredistribution\downloads  (aber nicht den Ordner selbst).
• Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator und führen Sie den Befehl  Net Start WUAUSERV  aus.

Den Ordner „%windir%\winsxs“ verkleinern

Der Ordner WinSXS kann im Laufe der Jahre mehrere Gigabyte groß werden. In diesem Windows-Komponentenspeicherverzeichnis werden alle jemals verwendeten .DLL-Dateien gespeichert, auch alte Versionen von DLLs, um Probleme zu vermeiden, wenn eine Software eine spezielle (ältere) DLL-Version benötigt. Das bedeutet auch, dass dieser Ordner bei jedem Windows-Update um neue DLLs ergänzt wird. Die scheinbar im Ordner System32 vorhandenen Dateien befinden sich tatsächlich im Ordner WinSXS, im System32-Ordner gibt es nur „Hardlinks“ auf die aktuellste Datei im Winsxs-Ordner. Daher darf der WinSXS-Ordner nicht gelöscht werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten, den Ordner zu verkleinern:
• Wenn Sie die „Windows Update-Bereinigung“ nutzen, wie im Abschnitt windows.old entfernen erläutert, können Sie den Ordner verkleinern.
• Wenn Sie vor einer Neuinstallation von Windows vorher die aktuellste Windows-Version herunterladen, beginnt Windows mit einem schlanken WinSXS-Ordner. Falls Sie jedoch die Neuinstallation mit einer alten Windows-DVD durchführen, verlieren Sie nicht nur viel Zeit durch die anschließenden Windows-Updates. Sie füllen den WinSXS-Ordner mit veralteten Dateien, die nach den Updates durch neuere Versionen ergänzt werden.

Eigene Dateien verlagern

Sie haben eine zusätzliche Partition mit freiem Speicherplatz?
Windows 10: Über „Einstellungen“ → „System“ → „Speicher“ → „Speicherort für neuen Inhalt ändern“.
Windows 11: „Einstellungen“ → „System“ → „Speicher“ → „Erweiterte Speichereinstellungen“ → „Speicherort für neue Inhalte“.
Auf beiden Wegen gelangen Sie zu einer Übersicht. Mit einem Klick in eins der Auswahlkästchen werden Ihnen alle verfügbaren Laufwerke angezeigt.
Wählen Sie ein Laufwerk und klicken Sie auf „Ausführen“.
Die Ordnerstruktur wird auf dem neu festgelegtem Laufwerk ähnlich zu den Ordnern auf dem bisherigen Laufwerk angelegt, also wird aus dem bisherigen Standardordner
C:\Users\Klaus\Dokumente der neue Standardordner
D:\Klaus\Dokumente. Anderslautende Ordnernamen, z. B. D:\Dokumente oder D:\Texte sind nicht möglich.
Die am alten Speicherort befindlichen Dokumente bleiben dort. Sie müssen diese selbst an den neuen Ort verschieben.
Wenn Sie zukünftig in einer Anwendung „Speichern unter …“ benutzen, dann denken Sie daran, dass sich der Speicherort nicht mehr auf C: befindet.
Auf die gleiche Weise können Sie neue Speicherordner für neue Apps, neue Musik und neue Bilder festlegen.

 


 

 

Skills

Posted on

16. Oktober 2023

Submit a Comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Skills

Posted on

16. Oktober 2023

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner