Netz Server Hardware

Gepostet am Dez 28, 2018 in

Hardware

Alle nachfolgenden Dimensionierungsvorschläge sind für Netze mit fünf bis zwanzig PCs gedacht.

CPU, RAM und Grafikkarte

• Ein Server muss Daten zwischen Festplatten und Netzwerkkarten schnell bewegen können. Dafür wird nicht allzu viel CPU-Leistung benötigt. Eine CPU im mittleren Leistungsbereich ist ausreichend.
• Es kann gar nicht genug RAM im Server stecken. 8 GB ist das Minimum, 16 GB sind besser. Sparen Sie im Zweifelsfall lieber an der CPU als am RAM.
• Die Grafikkarte ist unwichtig, eine integrierte Grafik reicht aus.
• Falls Sie eine Hauptplatine mit integriertem RAID-Controller nutzen: Kaufen Sie eine zweite Hauptplatine mit identischem RAID-Controller, die Sie vorläufig in einem Arbeitsplatz-PC nutzen können. Falls die Serverplatine ausfällt, brauchen Sie möglicherweise die zweite Platine, um Zugriff auf die RAID-Festplatten zu bekommen.

Festplatten

Serverfestplatten sind hoch beansprucht. Selbst in einem Server, der über Nacht ausgeschaltet wird, müssen die Festplatten tagsüber eine vielfach höhere Zugriffszahl aushalten als die Festplatte in einem PC und deshalb exzellent gekühlt werden.
Server-Festplatten unterscheiden sich konstruktiv von Consumer-Festplatten:
• Der Aktor von Consumer-Festplatten hat einen Gewichtsausgleich, damit die Festplatte auch in senkrechter Lage funktioniert. Serverplatten haben dieses Gegengewicht nicht und können deshalb die Köpfe schneller positionieren, dürfen darum aber nur waagerecht betrieben werden.
• Die Positionierung der Köpfe arbeitet mit wesentlich höheren Antriebsströmen. Das und die hohe Drehzahl macht die Festplatten laut (und heiß).
• Die Scheibenoberflächen von Consumer-Festplatten werden mit einer etwa ein Nanometer dünnen Schutzschicht vor leichten Kopfaufsetzern geschützt. Diese Schutzschicht fehlt bei Serverplatten, damit die Köpfe näher an die Oberfläche heran können.
• Serverplatten sind vor allem auf Geschwindigkeit getrimmt, die Lebensdauer ist zweitrangig. Da Serverplatten nur im RAID-Verbund betrieben werden (sollten), ist ein Ausfall unkritisch. Obwohl es auf Serverplatten meist fünf Jahre Garantie gibt, sind Ausfälle häufig.
• Serverplatten sind zwei- bis dreimal teurer als ebenso große Consumer-Festplatten.

Ist ein RAID-System notwendig?

Es gibt Firmen, die alle betriebswichtigen Daten in der Cloud lagern. Wenn das nicht so ist, und es in der Firma mehr als fünf bis zehn Computerarbeitsplätze gibt, gilt:
• Auf ein RAID-System zu verzichten ist sträflicher Leichtsinn. Denn bei einem Festplattenausfall gehen nicht nur die Daten seit dem letzten Backup verloren. Es muss eine neue Festplatte beschafft werden (kein örtlicher Händler hat Serverfestplatten im Regal bereitliegen), das Betriebssystem und Anwendungen müssen neu installiert und konfiguriert werden und Daten müssen aus dem Backup wiederhergestellt werden. Die PCs müssen am neuen Serverbetriebssystem angemeldet werden (was nicht trivial ist). All das dauert mindestens drei Tage.
• Für eine kleine Firma mit maximal fünf Büro-Arbeitsplätzen genügen wahrscheinlich zwei 24/7-Consumerplatten im RAID-1-Verbund.
• Eine regelmäßige Datensicherung ist Pflicht.

Notstromversorgung

Ein Stromausfall richtet auf einem Arbeitsplatz-PC kaum Schaden an. Mehr als die letzten nicht gespeicherten Änderungen am aktuell bearbeiteten Dokument gehen nur selten verloren. Auf Servern sind jedoch viele Dateien gleichzeitig geöffnet und Verwaltungstabellen befinden sich im RAM-Cache. Bei einem Stromausfall gehen nicht nur Dokumente verloren, sondern es können auch Verwaltungstabellen beschädigt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts darf nicht vernachlässigt werden. Deshalb ist eine Unterbrechungsfreie Strom-Versorgung dringend zu empfehlen. Sie muss für fünf Minuten Strom liefern oder für so lange, bis die anwesenden Mitarbeiter sich geeinigt haben, wer den Server herunterfahren wird.