HW P-ATA

Gepostet am Jan 31, 2018 in

Parallel-ATA

Neue Hauptplatinen haben nur noch SATA-Anschlüsse. Doch beim Aufrüsten älterer PCs finden Sie noch PATA-Laufwerke, sowohl Festplatten als auch DVD-Laufwerke, die manchmal durchaus sinnvoll weiterverwendet werden können. Deshalb wird deren Verkabelung hier erläutert.
Man verwendet Flachbandkabel mit 40-poligen Flachsteckverbindern. So ein Kabel besteht aus einzelnen dünnen kunststoffisolierten Drähten, die seitlich zusammengeklebt sind. Die Stecker an den Enden des Kabels nennt man „Flachsteckverbinder“. Diese Steckverbinder haben zwei Reihen mit je 20 ­Kontakten.

An jedes Kabel können ein oder zwei Laufwerke angeschlossen werden. Die näher benachbarten Stecker sind für die Laufwerke vorgesehen, das weiter entfernte Ende kommt auf die Hauptplatine. Eins der Laufwerke muss als „Master“ konfiguriert werden. Ein eventuelles zweites Gerät wird als „Slave“ konfiguriert. Im Bild oben: Der Jumper-Bereich an der Anschlussleiste der Festplatte, darunter die Codierungs-Varianten.


Es gibt zwei Möglichkeiten, die Geräte zu Master und Slave zu machen: mit oder ohne „Cable Select“:
• Wenn man beide Geräte auf „Cable Select“ jumpert, wird das am Ende des Kabels angesteckte Gerät zum Master, das in der Mitte wird zum Slave. Das Kabel muss dies aber unterstützen. Das ist wahrscheinlich, wenn es farbige oder beschriftete Anschlüsse hat. Meist sind die Stecker farbig: Master = schwarz, Slave = grau, Hauptplatine = blau.
• Alternativ kann man eins der Geräte als Master einstellen, das andere als Slave. Dann spielt es keine Rolle mehr, welches Gerät am Ende des Kabels und welches mittig angesteckt wird.
• Wenn man nur ein Gerät anzuschließen hat, kommt es ans Kabelende.
• Der blaue Stecker ist codiert. Wird ein anderer als der blaue Stecker auf die Hauptplatine gesteckt oder wenn man ein 40-adriges Kabel verwendet, reduziert das BIOS die Datenübertragung von 133 auf 33 MByte/s.

Welches Gerät soll ich zum Master machen?

Der Datenaustausch mit dem Master ist geringfügig schneller. Das langsamere von zwei Geräten, die am gleichen Kabel hängen, limitiert die Datenübertragungsrate für beide Geräte.
Wenn irgend möglich, sollte die Festplatte mit dem Betriebssystem sich das Kabel nicht mit einem anderen Massenspeicher teilen müssen.

Kabel mit 40 oder 80 Adern

Ältere IDE-Festplatten übertrugen Daten zur Hauptplatine mit 33 MHz über ein 40-poliges Kabel. Etwa seit 2002 gibt es Festplatten mit ­höheren Übertragungsraten bis zu 133 MHz. Die 40-poligen Kabel waren für diese Frequenzen nicht geeignet. Eine bessere Abschirmung der Datenleitungen wurde notwendig. Zwischen jedem Paar Adern wurde eine zusätzliche Masseleitung zur Abschirmung eingefügt, wodurch das Kabel 80polig wurde. Aus Kompatibilitätsgründen wurden die 40-poligen Stecker beibehalten. Im Bild: 80-poliges Kabel mit 40-poligem Stecker.

Die Markierungen am Kabel

Damit das Kabel richtig herum gesteckt wird, verwenden die Hersteller drei Möglichkeiten der Markierung:
1. Die Ader Nummer eins ist rot oder anderweitig auffallend gefärbt.
2. Der Stecker kann in der Mitte eine Nase haben, am Laufwerk muss eine passende Aussparung sein.
3. Im Stecker auf der Laufwerks-Seite ist manchmal ein Loch etwa in der Mitte zugegossen. Am Laufwerk darf dann an der entsprechenden Stelle kein Stift sein.

Nur selten sind alle von diesen drei Markierungsmöglichkeiten vorhanden. 1. ist fast immer vorhanden, 2. oft, 3. nur noch selten. Es gibt auch Fälle, wo durch Fertigungsfehler eine der Markierungen falsch angebracht ist. Dann müssen Sie versuchen, durch Logik und genaues Hinschauen die richtige Polung herauszufinden. Keine Panik! Eine Fehlpolung des Flachbandkabels, die nur wenige Minuten dauert, beschädigt weder den Computer noch das Laufwerk. Trotzdem sollten Sie nicht nach der „Versuch-und-Irrtum-Methode“ vorgehen, denn die Kontakte sind mit einer sehr dünnen Goldauflage beschichtet. Nach etwa zwanzig Steckungen ist die Goldschicht abgeschabt und der Kontakt wird unzuverlässig.
Wenn sich das Flachbandkabel nicht mit mäßigem Druck aufstecken lässt, ist vielleicht ein Loch am Kabelstecker zugegossen. Schneiden Sie mit einem kleinen Seitenschneider das überflüssige Pin heraus! Achten Sie darauf, dass der Steckerschnipsel nicht im ­Computer liegen bleibt und Kurzschlüsse verursacht.
Wenn Sie ein Flachbandkabel abziehen, nicht zu stark am Kabel ziehen, sondern mit der anderen Hand unterstützend am Stecker ziehen. Wenn Sie das Kabel aus dem Steckplatz der Hauptplatine herausziehen, drücken Sie mit der anderen Hand leicht gegen die Platine, damit sie sich unter der Zugbelastung nicht nach oben durchbiegt.

Die Markierungen am Laufwerk und auf der Hauptplatine

Wenn man kein Handbuch hat oder sich darin nicht zurecht findet, gibt es immer Markierungen auf der Hauptplatine: ein Pfeil, ein Punkt oder ein Dreieck. Oft ist rund um die Steckerleiste ein Rechteck aufgemalt, an dem neben der „1“ eine Ecke abgeschrägt ist. Man kann nach einer „1“ oder „39“ bzw. „40“ suchen.

Stromversorgung

Achten Sie auf die Abschrägungen. Wenn sich das Stromversorgungskabel nicht mit mäßigem Druck aufstecken lässt, haben Sie es verpolt. Achtung! Fehlpolung zerstört das Laufwerk sofort!