Vor einiger Zeit brachte mir ein Kunde einen älteren PC, den ich von Windows 7 auf Windows 10 upgraden sollte. Daten seien keine darauf. Nach einigen Stunden war ich fertig mit allen Updates, Optimierungen und Hilfsprogrammen. Zum Abschluss überprüfte ich routinemäßig mit  chkdsk c: /f  das Dateisystem. Diesen Befehl verwende ich seit dreißig Jahren. Doch diesmal ging es schief: Das Laufwerk C: war von der Festplatte verschwunden, es war nur noch Datenmüll zu finden. Ich war schockiert – und froh darüber, dass es keine Festplatte mit Daten getroffen hatte.
Ich löschte die Festplatte und fing von vorn an, Windows zu installieren. Gespannt führte ich erneut den Befehl  chkdsk c: /f  aus – alles in Ordnung.

Die Festplatte des Kunden steckte ich an meinen PC. Mit dem  Paragon Partition Manager  wollte ich die Partition mit dem Betriebssystem verkleinern, um Platz für eine Datenpartition zu gewinnen. Während mein PC die Sektoren umschaufelte, ging er plötzlich aus. Schon wieder war der Inhalt der Festplatte verloren und ich musste Windows ein drittes Mal installieren.

Was waren die Ursachen?
Der Ausschalter des Netzteils war durch das 230 Volt Stromversorgungskabel etwas verdeckt. Hunderte Male war ich beim Ein- und Ausschalten des Computers an das Kabel gestoßen und dabei hatte es sich gelockert. Nach einem geringfügigen Stoß an den Tisch hatte es endgültig den Kontakt verloren.

Die Lösung des chkdsk-Problems fand ich kürzlich im Internet: Auch andere Nutzer hatten schon ihre Festplatte mit dem chkdsk-Befehl ruiniert. Microsoft hat den Fehler unerwartet schnell gefixt. Für den Rest des Jahres werde ich mir die Nutzung des chkdsk-Befehls verkneifen, es sei denn, ich habe ein Backup der Festplatte.

Und die Moral von der Geschichte?
Machen Sie es wie ich seit vielen Jahren: Wenn auf einem PC irgendwelche Daten sind und Sie haben mehr vor, als irgendwo in den Einstellungen einen Haken zu setzen: Beginnen Sie damit, von der Festplatte einen Klon oder ein Image zu erstellen oder machen Sie wenigstens eine Kopie der Daten! Man weiß nie, was passieren kann, selbst bei einer eigentlich harmlosen Installation.
Und wenn der Kunde sagt, er habe keine Daten: Bohren Sie tiefer! Manche Leute stellen sich unter „Daten“ etwas ganz anderes vor als ihre ihre Word-Dokumente, Fotos und E-Mails.

Es kann jeden treffen, auch die Erfahrensten. Im Jahr 2017 legte ein erfahrener Techniker durch eine kleine Fehleingabe alle Amazon-Server an der Ostküste der USA lahm. 54 der 100 größten Online-Händler waren betroffen: Von Nichterreichbarkeit des Webshops bis zur Verlängerung der Ladezeiten um 30 bis 90 Sekunden. Die Betroffenen von den 500 weltgrößten Unternehmen sollen dadurch 150 Millionen Dollar verloren haben. Amazon installierte weitere Schutzbarrieren und der frustrierte Chef von Amazon WebServices wollte sich ein Tattoo stechen lassen: „everything fails, all the time“ (alles geht kaputt, immer).