Partitionen

Inhaltsverzeichnis
Partitionen
Erweiterte Partitionen
Primäre Partitionen
Datenträgerverwaltung
Basisdatenträger
Zusätzliche Festplatte hinzufügen
GPT-Partitionstabelle
Verwandte Themen
Übersicht Software
Übersicht Diskmanager


Partitionen

IBM stellte im Jahr 1956 die erste Festplatte vor. Um Programme und Daten verschiedener Art trennen zu können, wurde die Festplatte in Bereiche unterteilt. Die Unterteilung der Festplatte heißt Partitionierung, die Bereiche der Festplatte werden  Partitionen  genannt. Im ersten Sektor der Festplatte, genannt Master Boot Record, befindet sich eine Liste mit der aktuellen Aufteilung der Festplatte. Diese Tabelle nennt man  Partitionstabelle . Darin kann beispielsweise stehen, dass die erste Partition von Spur 1 bis 5000 reicht, daran schließt sich von Spur 5001 bis 8000 die zweite Partition an, und eine dritte Partition reicht von Spur 8001 bis zum Ende der Festplatte. Windows würde den Partitionen die Laufwerksbuchstaben C:, D: und E: zuweisen.
Weil in mehreren Partitionen ein Betriebssystem gespeichert sein könnte, muss eine der Partitionen (meist ist das die erste Partition) in der Tabelle als „aktiv“ gekennzeichnet sein, damit das BIOS weiß, welche von möglicherweise mehreren Partitionen das zum Starten vorgesehene Betriebssystem enthält.

Auf einer ladenneuen Festplatte gibt es noch keine Partitionstabelle. Die Installation eines Betriebssystems beginnt mit dem Anlegen einer Partitionstabelle, falls es die noch nicht gibt. Windows 7, 8 und 10 erstellen eine winzige etwa 100 MB große aktive Startpartition, um darin einen Bootmanager unterzubringen. Der Rest der Festplatte wird zu einer großen primären Partition für Betriebssystem und Daten.
Wenn man ein Notebook oder einen PC als Komplettsystem gekauft hat, gibt es meist am Ende der Festplatte eine weitere versteckte Partition mit einer Kopie des Betriebssystems (einem Image), um nach einem katastrophalen Schaden am Betriebssystem mit einem Recovery-Vorgang den Neuzustand wiederherstellen zu können. Diese Recovery-Partition ist etwa 10 bis 20 GB groß.
Wenn Sie eine andere Größe oder Zahl der Partitionen wünschen, können Sie das entweder zu Beginn der Windows-Installation festlegen oder nachträglich mit der Datenträgerverwaltung des Betriebssystems ändern.

Erweiterte Partitionen und logische Laufwerke

Leider haben die IBM-Ingenieure die Anzahl der Partitionen auf vier begrenzt. Damals schien das viel zu sein, für heutige Anforderungen und Festplattengrößen ist das manchmal zu wenig. Darum hat man eine Hilfskonstruktion namens „Erweiterte Partition“ erfunden. Eine erweiterte Partition dient als „Behältnis“ für ein oder mehrere logische Laufwerke. Von diesen logischen Laufwerken kann man so viele einrichten, wie es sinnvoll ist – aber maximal 23, weil das Alphabet nur 26 Buchstaben hat und weil die Buchstaben A: und B: für Diskettenlaufwerke und C: für die Partition mit dem Betriebssystem fest reserviert sind.
Auch sollte man einige Buchstaben übrig lassen für das DVD-Laufwerk und für externe Datenträger (USB-Speicherstick, Kamera).
Das Konzept der „Erweiterten Partition“ ist veraltet und nur im Zusammenhang mit MBR-Partitionssystemen sinnvoll. Bei Verwendung der GPT-Partitionsverwaltung ist die Anzahl der Partitionen praktisch unbegrenzt.

Mehr über logische Laufwerke

Für jedes der logischen Laufwerke wird in deren erstem Sektor eine zusätzliche Partitionstabelle angelegt. In der „Haupt-Partitionstabelle“ im ersten Sektor der Festplatte belegt der Verweis auf eine erweiterte Partition nur einen von vier möglichen Einträgen. So kann die historische Beschränkung auf vier Einträge umgangen werden.


Primäre Partitionen

Zur Unterscheidung von einer Erweiterten Partition werden die „normale“ Partitionen als primäre Partitionen bezeichnet. Eine Festplatte kann entweder maximal vier primäre Partitionen oder maximal drei primäre Partitionen plus eine erweiterte Partition enthalten.

Alle Betriebssysteme von Microsoft benötigen zwingend eine primäre Partition. Einige andere Betriebssysteme lassen sich auch in anderen Partitionen installieren, z. B. Linux.

Wenn mehrere Partitionen vorhanden sind, muss das BIOS-Startprogramm wissen, welche von den vorhandenen Partitionen zum Starten verwendet werden soll. Diese Startpartition muss in der Tabelle als „aktiv“ gekennzeichnet sein.

Datenträgerverwaltung

Die Datenträgerverwaltung zeigt Ihnen, wie viele Festplatten oder andere Massenspeicher Sie tatsächlich haben und wie diese unterteilt sind. Dort erfahren Sie auch, welche Laufwerksbuchstaben dem DVD-Laufwerk, dem USB-Speicherstick und der externen Festplatte zugeteilt sind, und Sie können die Zuordnung der Laufwerksbuchstaben ändern. Die Datenträgerverwaltung starten Sie folgendermaßen:

Windows Vista und Windows 7: Sie müssen als Benutzer mit Administratorrechten angemeldet sein. Klicken Sie auf Start. Direkt über dem Start-Button erscheint ein Feld mit der blassen Inschrift „Programme/Dateien durchsuchen“ mit blinkendem Cursor. Tippen Sie diskmgmt.msc in das Feld und drücken Sie Enter.

Windows, jede Version: Öffnen Sie die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und tippen Sie den Befehl diskmgmt.msc ein. Oder: Halten Sie die Tasten „Strg“ und „Alt“ gedrückt und drücken Sie auf „Entf“. Wählen Sie im Menü den „Task-Manager“. Im Task-Manager „Datei“, „Neue Aufgabe ausführen“. Tippen Sie diskmgmt.msc ein und klicken Sie auf „OK“.
Ein Hinweis: Im Diskmanager werden die Partitionen als „Volumen“ bezeichnet.

Basisdatenträger

Neue Festplatten werden als sogenannte Basisdatenträger eingerichtet. Wenn mehrere Festplatten im PC eingebaut sind, kann man die Festplatten in Dynamische Datenträger umwandeln. Mehrere dynamische Festplatten kann man zu einer Einheit zusammenfassen, so dass mehrere Festplatten wie eine Festplatte erscheinen.
Vorteil: Wenn der Platz auf der Festplatte knapp wird, kann man eine neue Festplatte hinzufügen, ohne dass sie einen neuen Laufwerksbuchstaben bekommt. Aus Sicht des Betriebssystems „verschmelzen“ die Festplatten zu einer Partition. Sie brauchen weder Daten noch Anwendungen zu verschieben, und an den Einstellungen der Anwendungen ändert sich nichts.
Nachteil: Wenn eine der dynamisch miteinander verbundenen Festplatten ausfällt, sind die Daten auf allen anderen verbundenen Festplatten ebenfalls verloren.
Dynamische Datenträger mögen für die Nachrüstung von Servern sinnvoll sein, wenn die Speicherkapazität knapp wird. Das höhere Verlustrisiko für die Daten wird dadurch ausgeglichen, dass die Daten auf Servern üblicherweise in jeder Nacht gesichert werden. Auf einem PC halte ich es für besser, mit mehreren Partitionen zu arbeiten.

Zusätzliche Festplatte hinzufügen

Wenn man eine neue Festplatte als zweite Festplatte an den PC anschließt, wird sie als „Nicht initialisiert“ gemeldet wie in Bild 3.3. Wenn Sie auf das „Nicht initialisiert“ klicken, öffnet sich ein Fenster wie in Bild 3.4. Hier müssen Sie die Art der Partitionstabelle wählen: MBR oder GPT.

GPT-Partitionstabelle

Die „klassische“ MBR-Partitionstabelle ist nur auf Festplatten bis 2200 GB möglich und erlaubt maximal vier Partitionen pro Festplatte. Für größere Festplatten kommt nur die Nachfolgetechnologie GUID Partition Table (GPT) in Frage. Mit GPT können 128 Partitionen auf Festplatten bis 8 Milliarden Terabyte verwaltet werden. Allerdings ist die Partitionsverwaltung mit GPT nur auf Computern mit einem UEFI-BIOS möglich.

Wenn die Festplatte kleiner als 2,2 TB ist und Sie ganz sicher sind, mit maximal vier Partitionen auszukommen, kann die MBR-Partitionstabelle sinnvoll sein, um maximale Kompatibilität mit alten Betriebssystemen und Dienstprogrammen zu sichern. Allerdings setzt Windows 10 eine GPT-Partitionierung voraus.
Mir ist keine Möglichkeit bekannt, ein an dieser Stelle gewähltes Partitionsschema nachträglich zu ändern.

Vorsichtsmaßnahmen

Es gibt im Handel zahlreiche „Partitionsmanager“ zu kaufen, und einige sind auch kostenlos im Internet zu finden. Alle sind angeblich „ganz leicht“ zu bedienen, aber diese Behauptung ist nicht viel wert. Kein Hersteller würde sein Produkt als „schwierig zu bedienen“ und „gefährlich“ anpreisen.
Es sollte Ihnen zu denken geben, dass Sie in jeder Anleitung aufgefordert werden, vor der Partitionierung Ihre Daten zu sichern. Durch diesen Hinweis trifft den Hersteller keine juristische Verantwortung, wenn beim Partitionieren etwas schief geht. Nehmen Sie die Datensicherung ernst. Kaufen oder leihen Sie sich eine externe Festplatte oder einen großen USB-Speicherstick. Alternativ können Sie Ihre Daten auf einige DVDs brennen. Erschreckend viele Leute, die sich auszukennen glaubten, haben bei Partitionierungsversuchen ihre Daten verloren.

Nochmals: Selbst bei einer fehlerfreien Verwendung dieser Programme kann es bei Änderungen an den Partitionen IMMER zu einem VOLLSTÄNDIGEN DATENVERLUST kommen! Eine kurze Stromunterbrechung genügt, und schon sind Ihre Daten weg!

Eine Warnung vorab: Sollte der Strom während der Umgestaltung der Festplatte ausfallen, sind Ihre Daten verloren! Vergessen Sie bei einem Notebook nicht, das Netzteil anzuschließen.
Und auch wenn die Reorganisation sehr viel länger dauert, als Sie Zeit haben: Kommen Sie nicht auf die Idee, das Programm abzubrechen! Danach könnten nicht einmal die Profis Ihre Daten retten.

Sichern Sie vorsichtshalber Ihre Daten. Wahrscheinlich brauchen Sie nur das Verzeichnis C:\Users bzw. C:\Benutzer oder C:\Dokumente und Einstellungen zu sichern. Am schnellsten geht das auf eine externe Festplatte. Vielleicht passen die Daten auf einen USB-Speicherstick mit größerer Kapazität oder auf eine oder wenige DVD. Kreuzen Sie beim Brennen an „Dateien nach dem Brennen vergleichen“. Machen Sie mit jeder DVD den Minimaltest, ob sich wenigstens eine der auf DVD gebrannten Dateien öffnen lässt. Vergessen Sie nicht, die DVD zu beschriften.

Boot-Partition und Boot-Manager

Windows erzeugt seit Version Vista eine winzige, etwa 100 MB große Bootpartition am Anfang der Festplatte. Darin befindet sich der Nachfolger der Partitionstabelle, die BCD-Datenbank, sowie ein Bootmanager, der diese Datenbank auswertet.
Startet man das Programm BCDEDIT an der Eingabeaufforderung, wird Boot Configuration Data angezeigt. Auf Bild 3.8 sind die Daten einer Festplatte gezeigt, auf der zwei Betriebssysteme installiert sind: Windows 10 und Windows 7.

Wenn nur ein Betriebssystem installiert ist, bleibt der Bootmanager unauffällig. Gibt es mehrere Betriebssysteme, öffnet der Bootmanager ein Menüfenster mit der Auswahl der Betriebssysteme. Sie haben einige Sekunden Zeit, eins der Systeme auszuwählen. Wenn Sie nichts wählen, startet das als Standard hinterlegte System. Wie viele Sekunden der Bootmanager auf Ihre Auswahl warten soll, können Sie mit BCDEDIT festlegen. Der Befehl /timeout 5 setzt die Wartezeit auf fünf Sekunden.
Ansonsten ist BCDEDIT schwierig zu handhaben. Laden Sie besser den Visual BCD Editor herunter, der bietet eine übersichtlichere Oberfläche.


 

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Posted on

15. Juni 2020

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